Resistance is Ripe – Aktionstag Landwirtschaft

15. Dezember: Demonstration und Ationen

Kommt zur Demo oder organisiert eigene dezentrale Aktionen während des UN Klimagipfels.

Startpunkt der Demo: Islands Brygge – Havne parken am Hafenbecken, 12 Uhr (nahe der Brücke Langebro)
Metrostation: Islands Brygge oder Christianshavns Torv
Bus: 5A, 12, 33, 250S

Poster_Agropenhagen09_big-r

text from the mobilisation flyer:
Die Lösungen, die beim UN Klimagipfel diskutiert werden, erlauben es großen Energieverbrauchern ungestraft weiterhin zu verschmutzen, während sie andere dafür bezahlen Maßnahmen zur Kohlenstoff-Abscheidung einzuführen. Dabei wird die schwere soziale und ökologische Schuld der Industrieländer gegenüber den Ländern des globalen Süden nicht berücksichtigt. Die gegenwärtige Nahrungsmittelproduktion ist für 32% der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Gleichzeitig führen die Praktiken der großen Agrarunternehmen dazu, dass Millionen kleiner Farmer ihr Land und Lebensunterhalt verlieren.
- Klimagerechtigkeit jetzt!

Im Süden werden Wülder gerodet und Kleinbauern von ihrem Land vertrieben. Stattdessen werden riesige Monokulturen, wie Soja-, Mais und Ölpalmen für die Futtermittelindustrie in Europa angebaut. Dort konsumieren Massenzuchtbetrieben riesige Energiemengen und überfütterte Tiere produzieren Methangas und Abfälle.
- Industrielle Landwirtschaft erwärmt die Erde

Das Schluesselproblem ist die Machtkonzentration in den Haenden einiger weniger profit-orientierter Unternehmen, die versuchen die weltweite Nahrungmittelproduktion und -verteilung zu kontrollieren. Dieses Ungleichgleichgewicht wurde verursacht durch landwirtschaftliche Bestimmungen, die die Liberalisierung des Freihandels und der Globalisierung zugunsten der Profite einiger weniger forcierten.
- Transnationale Agrarunternehmen haben keinen Platz in unserer Zukunft!

Wir wollen das zerstoererische und ausbeuterische Nahrungsmittelsystem veraendern, hin zu einer Produktion die die Nachfrage und die Rechte der einheimischen Bevoelkerungen in den Mittelpunkt stellt, anstelle von Ausbeutung und Geiz.
- Nahrungsmittelsouveraenitaet, Jetzt

Klaeinraeumiger und nachhaltiger Anbau ist der beste Weg Hunger, Unterernaehrung und die derzeitige Nahrungs- und Klimakrise zu bekaempfen, wobei naturbelassenes Saatgut die Moeglichkeit erhaelt sich and die klimatischen Veraenderungen anzupassen.
- Kleinbauern kuehlen unseren Planeten durch nachhaltigen Anbau

Die UNFCCC hat es verpasst das bestehende wirtschaftliche System, das auf unendlichem Wachstum auf einem endlichen Planeten basiert, in Frage zu stellen. Wir koennen von denjeningen, die das Problem verursacht haben keine Loesungen erwarten.
- Systemwechsel statt Klimawandel!

Mehr Infos: climate-action@aseed.net

Eure Gruppe oder Organisation kann auch das folgende Papier fuer diesen Aktionstag unterschreiben:

Aufruf fuer Aktionstag Landwirtschaft am 15. Dezember 2009

Lokale Produktion fuer lokale Verbraucher – Wandel der Nahrungsmittelproduktion, NICHT dem Klima!

Waehrend Klimawissenschaftler vor der kommenden Klimakatastrophe warnen, kommen die Staats- und Regierungschefs vom 7.-18. Dezember 2009 zur Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) zusammen. Die Welt wartet darauf, dass nun endlich gehandelt wird, doch bisher haben sich die Regierungen nur auf einige ineffiziente Marktmechansimen festgelegt, welche die notwendigen fundamentalen Loesungen in den Hintergrund draengen. Gleichzeitig weitet sich die Klimakrise mit jedem weiteren Tag des Wartens aus.

Ungeachtet der Brisanz der Situation hat es die UNFCCC verpasst, das gegenwaertige Modell von Konsum und Produktion, dass auf der Illusion von grenzenlosem Wachstum basiert, in Frage zu stellen. Stattdessen hat sie neue Geschaeftsfelder fuer die Privatwirtschaft erschlossen, um weiterhin Profite auf Kosten der Gesundheit unseres Planeten zu machen. Diese Loesungen, die bei der UNFCCC diskutiert werden, erlauben den grossen Energieverbrauchern weiterhin ungestraft zu verschmutzen, indem sie andere dafuer bezahlen, Projekte zur Kohlendioxidspeicherung durchzufuehren.

Genug damit! Es gibt aufrichtige Loesungen, die einen wirklichen Unterschied machen – und wir koennen diesen Unterschied jetzt ausmachen.

Global hat der landwirtschaftliche Anbau zu ungefaehr 17 Prozent der Kohlendioxid Emisssionen zwischen 1990 und 2005 beigetragen. Wenn zu dieser Zahl die Emissionen aus Abholzung, landwirtschaftlicher Umstrukturierung, Transport, Veredelung, Kuehlung und anderen Aspekten der Nahrungsmittelproduktion dazugezaehlt werden, kommt ein Wert von 32 Prozent oder mehr zusammen.

Das gegenwaertige System der Nahrungsmittelproduktion kocht unsere Erde aus. Es ist ein System, das von den gleichen Kraeften angetrieben wird, die auch die Liberalisierung des Welthandels und die Spekulation und die Ausbeutung der Ressourcen vorantreibt. Und es sind eben diese gleichen Kraefte, die auch den UNFCCC Prozess kontrollieren.

Im suedlichen Teil der Erde werden Regenwaelder gerodet und Kleinbauern werden von ihrem Land vertrieben, um riesige Monokulturen, so genannte “gruene Wuesten” zu pflanzen. Dort wird vor allem Soja, Mais und Palmoel fuer die europaeische Futtermittelindustrie angebaut. In industriellen Massenzuchtbetrieben werden riesige Energiemengen verbraucht und überfütterte Tiere produzieren grosse Mengen an Methangas und Abfällen.

Wir muessen nicht nur die Nahrungsmittelproduktion selbst veraendern, sondern auch unsere gesamte Einstellung zu Nahrung und Landwirtschaft ueberdenken. Dazu gehoert auch insbesondere der Kosum von Fleischprodukten. Nachhaltige Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion sichert gesundes Essen und unterstuetzt unsere Umwelt zu retten.

Die UNFCCC diskutiert momentan Instrumente, wie landwirtschaftliche Flaechen in den Kohlendioxidhandel einbezogen werden koennten. Diese Wendung koennte dazu fuehren, dass Bauern finazielle Unterstuetzung nur noch aus Geldern aus schmutzigem CO2 Zertifikaten bekommen. Diese Instrumente muessen zwangslaeufig scheitern, weil sie keine Reduzierung der fossilen Brennstoffe oder der Emssionen in den Industrielaendern beinhalten. Fuer Kleinbauern auf dieser Welt sind diese falschen Loesungen ebenso bedrohlich wie Duerren, Wirbelstuerme oder gar neue klimatische Extremwetterlagen.

Die Foerderung von Agrobrennstoffen und bio-Plastik als ein Ausweg aus der Krise erhoeht nur den Druck auf die landwirtschaftlichen Flaechen. Das hat bereits heute zu einem massiven Aufkauf von Anbauflaechen in Laendern des Suedens durch multinationale Konzerne gefuehrt. Frueher oder spaeter werden Bauern und die einheimischen Gemeinschaften von ihrem Land vertrieben und verlieren ihre Lebensgrundlage.

Kleinraeumiger und nachhaltiger Anbau fuer den lokalen Verbrauch spielt schon heute eine gewichtige Rolle in der Verlagerung von Landwirtschaften, die ein Zusammenleben in einer nachhaltigen Gesellschaft ermoeglicht. Lokale Nahrungsmittelproduktion verbraucht weniger Energie, eliminiert Abhaengigkeiten von importierten Futtermitteln und belaesst den Kohlenstoff im Boden, der die Biodiversitaet bereichert. Natuerliches Saatgut kann sich ausserdem besser an klimatische Veraenderungen anpassen, denen wir uns bereits konfrontiert sehen.

Kleinraeumiger Anbau traegt nicht nur positiv zur globalen Kohlenstoffbilanz bei, sondern schafft auch Arbeitsplaetze fuer 2.8 Milliarden Menschen – Frauen und Maennern auf der ganzen Welt – und bleibt die effektivste Methode Hunger, Unterernaehrung und die gegenwaertige Lebensmittelkrise zu bekaempfen. Wenn die Menschen Zugang zu Land, Wasser, Bildung und Gesundheit haben und zusaetzlich durch Nahrungsmittelsouveraenitaet unterstuetzt werden, werden wir weiterhin die Menscheit ausreichend ernaehren und unseren Planeten schuetzen koennen.

Wir sagen: Jetzt ist es genug! Landlose Bauern und Kleinbauern, Aktivisten, und junge Menschen aus der ganzen Welt sind bereit die noetigen Veraenderungen zu tun. Diese beinhalten vor allem die Versorgung unserer Gesellschaft mit gesundem und lokal produzierten Nahrungsmitteln und eine nachhaltige Zukunft fuer die kommenden Generationen zu sichern.

Wir alle werden in Kopenhagen sein, um zu fordern, dass die von uns vorgeschlagenen Loesungsansaetze als die Zukuenftigen wahrgenommen werden, und dass das industrielle Agro-export Modell der Nahrungsmittelproduktion als ein Fehler der Vergangenheit erkannt wird.

Wir fordern deshalb:

  • Ein Ende den falschen, marktorientierten Loesungen der UNFCCC und der Agro-Export Industrie.
  • Keine Verzerrung von Landwirtschaft – Landwirtschaft darf von der Industrie nicht als Ausrede missbraucht werden weiterhin die Umwelt verschmutzen zu duerfen.
  • Eine dringend notwendige Umgestaltung des kapitalistischen Wirtschaftens hin zu einer Mensch-zentrierten Produktionsweise, in der kleinbaeuerlicher Anbau und lokale Nahrungsmittelproduktion die Hauptrolle spielen.
  • Das Ende der Ueberproduktion und der Produktion von Lebensmittelabfaellen.
  • Landwirtschaftliche Flaechen fuer die heute landlose Bevoelkerung! Unterstuetzung fuer die Kleinbauern Zugang zu Land zu erhalten.
  • Unterstuetzung fuer kleinraeumigen Anbau und Lebensmittelsouveraenitaet, um unsere Erde abzukuehlen.
  • Nachhaltige Landwirtschaft und gesunde Nahrungsmittel fuer alle!

Komm mit auf den Aktionstag Landwirtschaft – 15. Dezember, Kopenhagen

Dieser Aufruf wurde bisher von den folgenden Aktionsgruppen und Organisationen unterzeichnet:

A SEED Europe (Niederlande)
Corporate Europe Observatory (Belgien)
GAPS (Gardening And Permaculture Society Manchester) (UK)
La Via Campesina (International)
Nandu Arbeitsgruppe Klima (Deutschland)
NOAH (Daenemark)
Reclaim the Fields (International)
Urban Food Growers’ Network (UK)
Velt (Belgien)
Voedselteams (Belgien)
Wervel (Belgien)
XminY (Niederlande)

Wenn ihr diesen Aufruf als eure Gruppe oder Organisation unterzeichnen wollt, dann schreibt eine email an: climate-action@aseed.net. Ebenso koennt ihr uns eine email an diese Adresse schreiben wenn ihr aktiv an der Planung dieses Aktionstages mithelfen wollt.